Fünf bis sechs Stunden Einsatz für eine Schullesung

Ab dem 1. Januar 2020 bieten wir Elbautoren keine Lesungen mehr über das Literaturzentrum Hamburg an. Das sorgt natürlich für Unruhe und wir werden gefragt, weshalb wir nicht mehr bereit sind, für das alte Honorar zu lesen.

Was viele nicht wissen – die Honorare des Lit-Zentrums sind seit 30 Jahren eingefroren. Überdies sind wir AutorInnen für die Vorbereitung und Durchführung einer Autorenlesung inklusive Lehrergespräch, Emails, Telefonate, Technikcheck, der An- und Abfahrt mindestens fünf bis sechs Stunden im Einsatz. Fahrgeld und anfallende MwSt. müssen wir ebenso von den 180,00,- tragen wie alle Sozialabgaben. Unsere eigentliche literarische Arbeit ist dabei noch gar nicht mitgedacht.

So bleibt uns am Ende ein Netto- Stundenlohn von ca. 14,00,-.

Wir Elbautoren meinen, das ist zu wenig. Deshalb sind wir seit über zwei Jahren im intensiven Gespräch mit der Schul- und Kulturbehörde. Bisher ohne jeglichen Erfolg.

Die Haltung der Hamburger Schulbehörde ist, dass wir als AutorInnen (IllustratorInnen) mit den Schullesungen Werbung für unsere Bücher machen, und dass der Honorarsatz von 180,- deshalb angemessen sei.

Wir dagegen verstehen unsere Arbeit als einen wichtigen Bestandteil der Lese- und Literaturförderung, die vor dem Hintergrund sinkender Lesekompetenz dringend geboten ist.

Wir können keinen Werbeeffekt darin erkennen, wenn wir in Dulsberg, Jenfeld, Mümmelsmannberg oder Osdorf zumeist bildungsferne Kinder mit viel Erfahrung und Leidenschaft für die Welt der Bücher begeistern.

Der Berliner Senat schrieb kürzlich zu der Frage der Lesungshonorare:

Berlin ist eine Stadt, die Künstlerinnen und Künstler aller Sparten aufgrund Ihres Potenzials anzieht. Mit seinen über 2000 Autorinnen und Autoren, seinen Initiativen und Projekten ist Berlin Literaturhauptstadt, denn Berlin weist eine vielfältige Literaturszene auf (…)

Es ist die Aufgabe des Senats, den Erhalt dieser reichhaltigen Szene mit der Förderung von Autorinnen und Autoren, Festivals, Projekten und Initiativen zu gewährleisten.

Mit dem Autorenlesefonds sind die Bezirksbibliotheken in die Lage versetzt worden, literarische Lesungen mit Berliner Autorinnen und Autoren zu organisieren. Auf Grund der hohen Nachfrage und der notwendigen Erhöhung der Sätze von 250 Euro auf 300 Euro pro Lesung ist hier ein Aufwuchs um 52.800 Euro geplant.“

Die Erhöhung der Hamburger Autorenhonorare ist längst überfällig.

Für die Schulen dürfen keine Mehrkosten entstehen, damit auch weiter alle Hamburger Schulen in den Genuss dieser hoch effektiven Form der Leseförderung kommen können.

Um die Schulbehörde zum Überdenken ihrer Position zu bewegen, werden wir Elbautoren ab 2020 keine Autorenlesungen in Hamburger Schulen mehr über das Lit-Zentrum anbieten, bis die Honorare auf 250,00,- erhöht wurden.

Wir hoffen auf zahlreiche Unterstützung von Hamburger Kollegen und Kolleginnen – ob AutorInnen oder IllustratorInnen, LeseförderInnen, LehrerInnen oder Journalisten und darauf, dass wir ganz bald wieder in den Hamburger Schulen lesen können!

Wir gratulieren Cornelia Franz zum Hamburger Literaturpreis!

Kultursenator Carsten Brosda überreicht Cornelia Franz die Urkunde

Elbautorin Cornelia Franz erhält den Hamburger Literaturpreis in der Kategorie Kinder- und Jugendbuch für ihr Werk „Calypsos Irrfahrt“. Damit wird zum ersten Mal ein Kinder- und Jugendbuch von der Behörde für Kultur und Medien für herausragende literarische Arbeiten ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet statt am 2. Dezember 2019 im Literaturhaus Hamburg. Wir freuen uns sehr und gratulieren herzlich!

Der Hamburger Literaturpreis wird in sieben Kategorien an elf Preisträgerinnen und Preisträger vergeben. Die Preise in den Kategorien „Buch des Jahres“, Kinder- und Jugendliteratur sowie eine Auszeichnung für Comics wurden neu geschaffen und in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen. Außerdem werden Werke in den Kategorien Roman, Erzählung, Lyrik/Drama/Experimentelles sowie Literaturübersetzungen ausgezeichnet. Weitere Infos unter: https://www.hamburg.de/pressetermine/11860266/t-bkm19/

Elbautorenverzeichnis bei den Hamburger Bücherhallen

Wir Elbautoren gratulieren den Hamburger Bücherhallen sehr herzlich zum hundertsten Geburtstag!

Wie schön, dass die Bücherhallen in allen Hamburger Stadtteilen vertreten sind und es ein buntes Leseangebot für alle Altersstufen gibt. Von Bücherhallen (und natürlich von Büchern) kann es einfach nie genug geben!

Besonders freuen wir uns darüber, dass es nun auch möglich ist, auf der Website der Hamburger Bücherhallen ganz gezielt nach Büchern der Elbautoren zu suchen. Denn auch auf diesem Wege möchten wir die Stadt mit unserer Arbeit als Kinder- und Jugendbuchautoren bekannt machen und gemeinsam mit den Hamburger Bücherhallen in die Öffentlichkeit treten. Unter dem Link https://www.buecherhallen.de/elbautoren.html werden alle Autoren unseres Netzwerks mitsamt ihren Werken präsentiert. Wer also unsere Bücher kennenlernen möchte, kann hier schnell nachsehen, in welcher Bücherhalle sie zu finden sind.